Musikalische Früherziehung in der Kurrende

Ein Raum mit großen Fenstern, einem alten, aber schönen Flügel und vielen Wandschränken. In der Mitte ein großer roter Teppich, auf dem ich in einem Kreis mit 6-10 kleinen Kindern sitze. Manche gucken mich mit großen, neugierigen Augen an, können kaum erwarten, dass es losgeht. Andere beobachten ganz ruhig und schüchtern, was um sie herum passiert – denn wieder andere können ihrer Aufregung nur mit wilden Tobereien oder ausschweifenden Erzählungen Ausdruck verleihen. Das ist der übliche Beginn einer ganz normalen Unterrichtsstunde der Musikalischen Früherziehung (MFE) in der Kurrende.

Am Anfang des Kurses sind wir uns alle fremd. Doch nach ein paar Wochen, in denen sich sowohl die Kinder untereinander, als auch mich (und ich sie) kennengelernt haben, hat sich eine ganz besondere Gruppendynamik entwickelt, in der wir in die unendlichen Welten des Musizierens eintauchen können.

Da besonders die kleineren Kinder hauptsächlich emotional lernen, werden die musikalischen Inhalte in ein Spielthema verpackt, das die Kinder phantasievoll erleben und dadurch sensorisch, motorisch und kognitiv erfassen können. Innerhalb der Stunde wird gesungen, getanzt, Musik gehört und gemalt sowie auf verschiedenen Instrumenten gespielt. Dabei nehmen die Kinder die Inhalte über verschiedene Lernwege auf und lernen sie in unterschiedlichen Inhaltsbereichen und Zusammenhängen anzuwenden. Das passiert zuerst durch Ausprobieren und Imitieren – je älter die Kinder werden, desto interessierter sind sie an Sachwissen und dem eigenen Erkennen von (musikalischen) Zusammenhängen und Strukturen.

In dieser spielerischen Atmosphäre bereiten wir uns auf das nächste Fest der Musikalischen Früherziehung vor, das jedes Mal ein anderes Thema hat. Dazu sammeln wir Ideen, üben fleißig die Lieder und Tänze, basteln jeder das eigene Kostüm und freuen uns bei der Aufführung, endlich den Eltern und Geschwistern zeigen zu können, was wir gelernt haben.

Das sind nicht nur die musikalischen Fähigkeiten, die Lieder und Tänze oder das Spielen auf Orff-Instrumenten! Ganz nebenbei haben sich auch von jedem Kind die Selbstwahrnehmung, Sozialverhalten, Konzentrationsfähigkeit, Frustrationstoleranz, Motorik und Spielverhalten entwickelt. Musik kann manchen Kindern jetzt als Ausdrucks- und Kommunikationsmittel dienen, besonders denen, die anfangs zu schüchtern waren, mir ihren Namen zu verraten. Durch die verschiedenen Lernansätze hat jeder auf seine Weise die Möglichkeit, sich einzubringen und kreative musikalische Erlebnisse zu machen.

Am Ende stehe ich nun da, auf dem roten Teppich, in einem Kreis kleiner Kinder, die sich alle an der Hand nehmen und gemeinsam das Abschiedslied singen. Manche singen nun glücklich mit (aber nur, wenn man es nicht merkt 😉 ), bei anderen sieht man in den großen Augen die Begeisterung über so viele Erlebnisse in der letzten Stunde, die sich erstmal setzen müssen. Und wieder andere stehen schon in den Startlöchern, um direkt nach dem letzten gesungenen Ton zur Tür herauszurennen. Das ist das Ende einer ganz normalen Stunde Musikalische Früherziehung in der Kurrende.

Laura Cichello

Laura Cichello

Leiterin musikalische Früherziehung

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