Vor 540.000 Zuhörern 

Die Kindernothilfe wird 60! Das sollte mit einem großen Festgottesdienst an Himmelfahrt gefeiert werden. Menschen, die über die Jahrzehnte vieles für den Aufbau, das Gelingen dieses Vereins getan haben, wurden eingeladen. All das sollte dann auch noch live ins Erste Deutsche Fernsehen übertragen werden. So etwas will gut geplant sein – und dann sagte plötzlich der geplante musikalische Hauptact ab.

Am Ende landete die Anfrage nach einem Einspringer dann bei der Kurrende und da wurde nicht lange gezögert: Wir griffen zu! Sogleich fingen Chorleiter, Manager und Vorstand die Planung an. Die Elberfelder Mädchenkurrende wurde ins Boot geholt und die Sekunden jedes einzelnen Stückes wurden gezählt. Wir lernten: Live-Fernsehen ist eine Sache des Timings! Der Gottesdienst hat ein Fenster von genau 58 Minuten im Programm. Jede Sekunde Abweichung gibt da Probleme.

Dann wurde geprobt: zuerst alleine, dann mit der Mädchenkurrende, und dann mit Kirchenmusikdirektor Jens-Peter Enk und Gospel-Sängerin Chioma Igwe. Dazu kam dann noch ein Barockensemble mit Streichern, Pauken und Trompeten. Und neben allen musikalischen Aspekten galt es die Eigenheiten des Fernsehens zu berücksichtigen: Gleißend blendendes Flutlicht und sechs verschiedene Kameras, von denen irgendeine immer auf uns gerichtet sein könnte. In der Kirche durften wir feststellen, dass wir in prominenter Lage direkt hinter dem Altar saßen. Das bedeute, wann immer etwas vor und um den Altar geschah, waren wir im Hintergrund zu sehen.

Am Mittwoch vor Himmelfahrt gab es schon einmal eine Generalprobe in der Duisburger Salvatorkirche: Die lief identisch zum Gottesdienst einmal durch und wurde sogar aufgezeichnet. All diese ganzen Vorbereitungen für eine knappe Stunde Fernsehen. Und dann ging’s los: fünf Minuten Stille. Die Dame des WDR zählt die letzten Sekunden herunter und die Kamera läuft. Herzklopfen. Doch wenn Kreiskantor Jens-Peter Enk die Töne angibt und Markus Teutschbein zwei Zählzeiten einschlägt, sind die Kameras vergessen und es beginnt das Musizieren: In seinem Element, da fühlt sich der Kurrendaner wohl, und da gibt er sein Bestes.

Als Background-Sänger durften wir freudestrahlend das klangliche Fundament für Chioma Igwe legen, die mit ihrer spektakulären Stimme ihre Botschaft „I am a friend of God“ allen Zuschauern eindrücklich vermittelte. Das Kyrie und Gloria brachten wir dann in einem Satz von Joseph Haydn dar. Doch die Herzensbrecher an diesem Donnerstag-Morgen waren unsere Jüngsten, die Spatzen und Chorschüler. Den Text eines afrikanischen Sprichwortes brachten sie gut ausgestaltet da, ohne einen Hauch an Schüchternheit oder Selbstzweifel. Oder wie es die Rundfunkmoderatorin Sabine Heinrich danach formulierte: „Wir sind ganz verliebt!“

Im Gottesdienst selbst stellten die Action!Kidz und ihre Schirmherrin Christina Rau ihr Projekt vor, wo Kinder durch ihr Engagement anderen Kindern aus Kinderarbeit helfen. Die Predigt hielt der ehemalige Wuppertaler Superintendent und jetzige Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, im Dialog mit Pfarrerin Katrin Weidemann, der Vorstandsvorsitzenden der Kindernothilfe: ein spannender Einblick in die Arbeit der Kindernothilfe und in die Wichtigkeit, dass jeder von uns einfach in seinem Umfeld mit anpackt!

Der krönende Abschluss des Gottesdienstes war wieder uns überlassen: Mozarts „Te Deum“! Begleitet von dem Barockorchester zündete Markus Teutschbein das fulminante Abschlussfeuerwerk mit Streichern, Pauken und Trompeten. Und auch wenn der WDR die Fernsehsendung mitten im Stück wegschnitt – wir hatten ja gelernt, es kommt auf jede Sekunde an – war es uns eine Freude, diesen besonderen Gottesdienst so fulminant abrunden zu können und in jedem Fall war es eine beeindruckende Erfahrung, mal wieder mit der Kurrende im Fernsehen vor 540.000 Zuschauern präsent zu sein!
 
Den Gottesdienst können Sie in der ARD-Mediathek nachschauen: 

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